2016: Ritter Florian Geyer - Franken in Flammen

Für die Freilichtbühne in der Ruine des Geyerschlosses Giebelstadt eingerichtet von Renier Baaken.

Akt1

I.   Ritter Willhelm von Grumbach amüsiert sich immer dann am besten, wenn er das Leid seiner leibeigenen Bauern verschlimmern und sie quälen kann. Als bei solch lustvollem Tun Sebastian von Rotenhan, einer der vielen völlig verarmten kleinen Adligen, und wenig später Ritter Florian Geyer erscheinen, sind beide ziemlich angesäuert. Nach kurzem verbalen Schlagabtausch reitet Grumbach hohnlachend weiter. Rotenhan und Geyer, zwei eigentlich ganz gegensätzliche Typen, erkennen dagegen ihre gleiche politische Gesinnung und verbrüdern sich.

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II.   Währenddessen hat Konrad von Thüngen, der Fürstbischof, seine Vasallen einberufen. Dazu zählen unter anderem Götz von Berlichingen, der senile Bruneck mit seiner jungen Frau und schließlich kommen auch Geyer und Rotenhan. Am Hofe des Bischofs präsentieren sich auch standesgemässe Mätressen: Hildegund und Adeline, beide nicht von erlesenster Abstammung und Benehmen. Die beiden zänkischen Damen zielen mit ihrem Spott vor allem auf die sehr viel hochklassigere Katarina von Grumbach. Und siehe da: Florian Geyer wird darauf aufmerksam und beginnt sich prompt für die spröde Kratzbürste Katarina zu interessieren.

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III.   Auch in Ballenberg wird von den Bauern mehr gefordert als sie leisten können. Der Prälat des Bischofs schaut vorbei, um ungeheuerliche Abgaben zu pressen und statuiert so ganz nebenbei und mit Lust ein deftiges Exempel an zwei Bauernjungen. Eine Nonne aus seinem Tross hat von diesem Benehmen die Nase voll, sie outet sich, und Metzler, dem ortsansässigem Wirt, platzt schließlich der Kragen. Gemeinsam mit weiteren Bauern schlagen sie ihn und seine Wachmannschaft in die Flucht. Die Nonne gehört fortan zu den Bauern unter dem Namen „Die Schwarze Hofmännin“.

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IV.   Solcherlei Kleinigkeiten lassen den Füstbischof jedoch völlig kalt. Auf der Festung Marienberg gehören Musik und Völlerei weiterhin zum täglichen Leben. Geyer, Rotenhan und Katarina versuchen Konrad die verzweifelte Situation der Bauern deutlich zu machen, doch natürlich stoßen sie auf taube Ohren. Grumbach bemerkt allerdings die Zuneigung seiner Schwester zu Ritter Florian und macht sehr deutlich, wie wenig ihm diese Liaison paßt.

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V.   Indes gärt es weiter. Auf dem Land sorgt mittlerweile der militante Prediger Thomas Müntzer für ein volles Haus in der Kirche des Ortes. Ermutigt von seinen Worten und mit der Hilfe von Forian Geyer bringen die Bauern ihre Forderungen zu Papier und verfassen die zwölf Artikel. Während Rotenhan noch verzweifelt ( und vergeblich) die Hofmännin anbaggert, hetzt Margarete herbei und berichtet: Grumbach hat im Nachbarort alle Frauen und Kinder in die Kirche gesperrt und legt Feuer. Geyer und Rotenhan eilen los. Sie wollen retten, was zu retten ist.

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VI.   Aber zu spät: Grumbach und die Bruneckerin haben die grauenvolle Tat gemeinsam begangen und die Menschen in der Kirche umgebracht. Angenehm erhitzt von solch fröhlichem Gezündel haben sie ein heißes Date im Grünen, werden dabei aber zufällig von der Schwarzen Hofmännin belauscht. Die wird entdeckt und Grumbach will sie aufhängen, doch Geyer und Rotenhan können sie in letzter Sekunde retten. Der Preis: ein Schwertkampf, der von Götz unversehens beendet wird. Der Adel soll verdammt noch mal gefälligst zusammenhalten und sich nicht gegenseitig umbringen.

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VII.   Der Fürstbischof erwartet händeringend den Händler Barth, um Reliquien zu kaufen, die spendenfreudige Pilger in den Dom locken sollen. Barth verspätet sich, weil Götz von Berlichingen den Schutzbrief Konrads total ignoriert hat, um fleißig Wegezoll zu erpressen. Dafür wird Götz die berühmte rechte Hand abgeschlagen. Der Bischof findet unter den Reliquien schließlich was er sucht: Die Asche des heiligen Adolphus. Teuer, aber sie macht was her….

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VIII.   Rotenhan mit seiner störrischen Flamme und Geyer begegnen Bauern, die auf dem Weg zum Kloster Ochsenbach sind, um wieder mal massenweise Steuern abzuliefern. Händler Barth stößt auf seinem Rückweg von Würzburg dazu und durch ihn erfahren Geyer und Rotenhan vom Truchsess von Waldburg, der in Hohenlohe plündert und schändet. Sie beschließen ihm entgegen zu reiten und ihn irgendwie aufzuhalten. Kaum sind die beiden Ritter fort, beschließt Metzler zusammen mit der Höfmännin, endlich den Spieß umzudrehen und das verhasste Kloster dem Erdboden gleich zu machen. Alle Bauern stürmen in wilder Wut los.

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IX.   Währenddessen wagt sich eine Abordnung der Bauern zum Bischof, um ihm die zwölf Artikel zu unterbreiten. Konrad hat damit aber nun rein gar nichts im Sinn, Grumbach bringt einen von ihnen um, der Rest flüchtet. Die Schwarze Hofmännin provoziert auf ihre eigene ganz spezielle Weise bis zuletzt, mit durchaus tiefgreifenden Folgen.

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X.   Kloster Ochsenbach ist dran: Metzler und die Bauern rauben und morden ohne Gnade. Die Bauern sind außer Rand und Band. Ihnen erscheint das Gemetzel als großer Sieg, ein allgemeines Besäufnis startet und Metzler lässt sich feiern.

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XI.   Damit beginnt das Faß überzulaufen: Der Adel wird erneut nach Würzburg zitiert. Konrad hat den eiskalten Truchsess als Verbündeten herbeigeordert und gibt ihm als Honorar die Erlaubnis, Langenburg zu plündern. Geyer platzt endgültig der Kragen und er gerät mit Konrad und vor allem Grumbach erneut aneinander. Letztendlich scheiden Geyer und Rotenhan im Zorn, weil sie erkennen, dass sie hier nichts ausrichten können.

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XII.   Sie treffen Katarina und berichten entsetzt von Metzlers Taten in Ochsenbach. Es braucht einen besonnen Mann an der Spitze. Geyer wird zum Anführer ernannt und ein Schwur verbindet alle. In diese feierliche Stunde platzen leider die Mätressen des Bischofs, die nach Röttingen ausgelagert werden sollen. Sie wissen, was der Bischof mit Waldburg plant. Man beschließt, in Rotenburg Verbündete zu suchen.

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XIII.   Inzwischen tut Waldburg, was ihm von Konrad angeboten wurde: Er knöpft sich Langenburg vor. Listenreich und aggressiv erpresst er die Herausgabe des gesamten Kirchenschatzes, alles, was sich zu Geld machen lässt. Schließlich muss er seine 4000 Söldner bezahlen. Nur Theres, die Tochter des Amtmannes entkommt unbehelligt.

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XIV.     Sie erreicht Florian Geyer und seine Anhänger und sagt ihnen, dass der Beutewagen des Waldburgs auf dem Weg nach Heilbronn hier vorbei kommen wird. Geyer beschließt den Wagen zu überfallen und das wird ein voller Erfolg. Erneut gibt es für die Bauern einen Grund zu feiern, während Geyer und sein Freund Rotenhan sich schon wieder nach Mergentheim aufmachen, um mit de